Die Umwelt-Enzyklika: Was wird sie bringen?

Die Umwelt-Enzyklika: Was wird sie bringen?
Die Umwelt-Enzyklika: Was wird sie bringen?

Am kommenden Donnerstag wird die Umwelt-Enzyklika des Papstes veröffentlicht. Ich bin viel in Sachen Klimaschutz unterwegs und verbinde mit dem Thema auch Erfahrungen auf der Straße. Ich bin daher sehr gespannt, was die Enzyklika bringen wird. Der Blog von Radio Vatikan hat dazu eine Reihe von Einträgen veröffentlicht, die bisherige Äusserungen des Papstes zusammentragen und zur Einstimmung ganz nützlich sind:

Teil 0: Debatte vor der Debatte

Teil 1: Ökologie des Menschen und der Natur

Teil 2: Verantwortung!

Teil 3: Zu weit gegangen

Teil 4: Eine offene Debatte

Teil 5: Zum Hüten berufen

Teil 6: Schöpfer und Geschöpf

Auch wenn es eher randlich auf diese Seite gehört, möchte ich Euch doch diesen Lesetipp nicht vorenthalten.

Videobotschaft des Papstes zur Ökumene war improvisiert

In einem Beitrag auf dem Blog von Radio Vatikan enthüllt Bernd Hagenkord einige Hintergründe der Videobotschaft zur Ökumene, die ich gestern veröffentlich hatte. Anscheinend war die ganze Aktion spontan improvisiert und auf dem iPhone des Gastes aufgenommen.

„Und nun hat ein Papst einen evangelikalen Pfarrer zu Gast, den er aus Argentinien kennt, und der erzählt ihm, dass er zu einer evangelikalen Konferenz in Texas fahre. Der Papst fragt, soll ich dir eine Botschaft mitgeben? Und Bischof Palmer, so hieß der Mann, antwortet „Klar, hier ist mein iPhone, ich zeichne das auf.“ Und dann fährt er – der Vatikan weiß von nichts – in die USA und spielt diesen Kurzfilm bei der Konferenz vor. Bei allen anderen Päpsten wäre das undenkbar, aber mit Franziskus geht das: Ein Evangelikaler wirbt mit dem Papst bei Pfingstkirchen für die Ökumene.“

Auf Youtube findet sich diese Videobotschaft, die anscheinend eine Teilnehmerin der Treffens in Phoenix von der Leinwand abgefilmt hat (Englisch und Spanisch).

Franziskus: Bei der Ökumene nicht auf die Theologen warten

Der damalige EKD-Vorsitzende Nikolaus Schneider 2013 im Gespräch mit Papst Franziskus

 

Die Einheit unter den Christen kann nach Überzeugung von Papst Franziskus nicht durch theologische Debatten entstehen. „Wenn wir glauben, dass die Theologen sich einmal einig werden, werden wir die Einheit nach dem Jüngsten Gericht erreichen“, sagte er in einer Videobotschaft zum „Tag der Christlichen Einheit“ in der US-Diözese Phoenix, deren Text der Vatikan am Sonntag veröffentlichte. „Theologen sind hilfreich, aber am hilfreichsten ist der gute Wille von uns allen, die mit offenen Herzen für den Heiligen Geist auf dem Weg sind“, so Franziskus.

Franziskus trifft mit seinen Worten einen Nerv. Ganz ähnlich hatten wir vor einem halben Jahr in der Ausschreibung zu den Straßenexerzitien zur Ökumene der Märtyrer geschrieben:

„Wir wertschätzen, was ökumenische Gespräche und Dialoge über die vergangenen Jahrzehnte geschaffen haben. Dabei ist viel Kluges gesagt und geschrieben worden. Doch theologische Dispute können auch manchmal mehr trennen als einen“.

Franziskus stellt auch das Zeugnis der (heutigen) Märtyrer ins Zentrum seiner Botschaft von der Einheit:

Der Teufel wisse genau, dass die Christen im Glauben an Jesus Christus bereits vereint und Brüder und Schwestern seien. Deshalb überziehe er sie unterschiedslos mit Verfolgung.
„Ihn kümmert es nicht, ob sie Evangelikale oder Orthodoxe, Lutheraner, Katholiken oder Apostolische Christen sind. Dieses Blut vereint sich. Heute sehen wir die Ökumene des Blutes. Daher müssen wir beten, miteinander sprechen, die Distanzen überwinden und uns immer mehr verbrüdern.“

Quelle: Meldung von Radio Vatikan (deutsch)Originaltext der Ansprache (englisch).

Bonhoeffer und der Katholizismus

Dietrich Bonhoeffer, dessen Tod im KZ Flossenbürg sich heute zum 70. Mal jährt, war ein Protestant mit einem weiten internationalen Horizont. Insbesondere seine Verbindungen in die protestantischen und anglikanischen Kirchen in den USA, England und Skandinavien sind bekannt. Weniger bekannt ist sein Verhältnis zum Katholizismus. Zwei Besuche in Rom haben dabei sein Verständnis von Kirche stark geprägt. Dies berichtet ein Artikel „Dietrich Bonhoeffer im katholischen Rom“ auf der Website des Deutschlandfunks (auch als Radiosendung).

Ein Beitrag zur „Ökumene der Märtyrer„.

Exerzitien auf der Straße in München

München: Karl-Valentin-Brunnen. Foto: Winfried auf Flickr https://www.flickr.com/photos/w-tommerdich/14667174182

25. Mai – 30. Mai 2015

Der Ort, wo du steht, ist heiliger Boden
Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

(Ex 3,1-5)

In den Exerzitien des Ignatius von Loyola geht es darum, Gott zu finden. Bei den Straßenexerzitien suchen wir Gott bevorzugt auf der Straße – in unserem Fall die Straßen von München. Hier begegnen wir Menschen, denen wir vielleicht sonst nie begegnet wären. Wir entdecken „heilige Orte“ an Stellen, wo wir sie nicht vermutet hätten.

Die Teilnehmenden wohnen und leben in diesen Tagen sehr einfach im Zentrum St. Michael in München und verpflegen sich selbst.

Elemente:

  • Gemeinsamer Beginn des Tages
  • Im gemeinsamen Gottesdienst, gemeinsamen Essen und in Gesprächsrunden mit den Begleitern beschließen wir den Tag
  • Tagsüber geht jeder seinen eigenen Weg, Gott suchend auf der Straße, im Gebet, wo auch immer … – entsprechend den Anregungen in den Gesprächsrunden am Vorabend

Voraussetzungen:

  • Bereitschaft und Offenheit, sich auf diese Form von Exerzitien einzulassen
  • Teilnahme am Vortreffen

Organisatorische Hinweise

Beginn: Pfingstmontag, 25. Mai 2015 17 Uhr

Ende: Samstag, 30. Mai, 13 Uhr

Ort: Zentrum St. Michael,
Maxburgstraße 1 – und die Straßen von München

Übernachtung: einfache Übernachtung auf Matratzen oder Feldbetten

Verpflegung: Selbstverpflegung (Kosten werden geteilt)

Kursgebühr: 50 Euro (kann ermäßigt werden)

Begleitung: Veronika Jodlbauer, GCL
P. Patrick Zoll SJ

Vortreffen: Montag, 04.05.2015
19.30 Uhr

Das Angebot ist eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Exerzitien der Erzdiözese und der GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens).

Anmeldung: möglichst bald an

GCL München, Maxburgstr. 1, 80333 München

Tel. 089/231706-16, Fax. 089/231706-40 (muenchen@gcl.de)

Begrenzte Teilnehmerzahl! Flyer GCL Strassenexerzitien Download.

Begegnung

Quelle: http://fc04.deviantart.net/fs70/i/2012/191/8/5/barfuss_beim_tff_in_rudolstadt_by_burkhard55-d56qg6p.jpg

Wenn wir
einem anderen Volk
einer anderen Kultur
einer anderen Religion

BEGEGNEN

ist es unsere
erste Aufgabe
unsere Schuhe

AUSZUZIEHEN

denn der Ort
den wir da betreten
ist heiliger Boden
sonst könnte es sein
dass wir
die Liebe
den Glauben
die Hoffnung
eines anderen

ZERTRETEN

und was noch
viel schlimmer wäre

VERGESSEN

dass Gott schon
vor unserer Ankunft
da war

 

aus Asien

(Aus dem Misereor Fastenkalender. Dank an Patrick Jutz für den Tipp)

Kirchenasyl: Die lebendigste Basisbewegung

Meine Straßenexerzitien haben mich – zufällig – zum Ausländeramt geführt. Menschen, klassifiziert nach Herkunft und Aufenthaltsstatus, wartend in den Korridoren.

Manche Menschen tauchen auf auf den Ämter und der Straße nicht auf – weil sie dort Gefahr laufen, aufgegriffen und abgeschoben zu werden. Wie die Flüchtlinge, die im Kirchenasyl Schutz gesucht haben.

Aktuell lodert dazu eine Debatte auf. Innenminister de Maiziere, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags, hat die Kirchen scharf angegriffen. Bei einem Treffen mit katholischen Bischöfen sagte er „er lehne Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ab“.

Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, hat dazu einen sehr guten Kommentar (LINK) geschrieben in dem es u.a. heisst:

Eigentlich sollten dem Gesetz nach auch hier „Härtefälle“ berücksichtigt werden. In der Praxis ist das nicht so. „Die Durchführung der gesetzlich vorgesehenen humanitären Einzelfallprüfung durch das Bundesamt ist nicht erkennbar“, sagt Stephan Theo Reichel, der im Auftrag der evangelisch-lutherischen Landeskirche seit 1. Oktober 2014 die Kirchenasyle in Bayern hauptamtlich koordiniert. „Vorgelegte Gutachten und Eingaben werden ignoriert, mit allen Mitteln werden Abschiebungen juristisch durchgesetzt.“ Er klagt über Abschiebungen „ohne Prüfung und Rücksichtnahme“ – „nach Bulgarien und Ungarn ins Gefängnis oder nach Italien auf die Straße“.
Das wollen immer mehr Kirchengemeinden verhindern: Sie wollen den Flüchtlingen geben, was der Staat des Grundgesetzes ihnen verweigert – Schutz und Hilfe in bedrohlicher Situation. „Die Hilfe für Flüchtlinge ist als Anliegen tief in vielen unserer Gemeinden verwurzelt. Und das ist auch gut so“, sagte Heinrich Bedford-Strohm der Süddeutschen Zeitung. Und: „Das Kirchenasyl bedroht weder das Recht noch taugt es zu einer Grundsatzdebatte.“
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, sagte der SZ, dass er den Kirchengemeinden dankbar sei, „die sich um die Not von Flüchtlingen kümmern“. Die Gemeinden gingen in aller Regel sehr sorgfältig mit dem Kirchenasyl um. Und die Praxis der zurückliegenden Jahrzehnte zeige, „dass während eines solchen Kirchenasyls fast immer eine bessere und rechtsstaatlich einwandfreie Lösung gefunden werden kann“.

Und weiter heisst es da:

Die Kirchenasyl-Bewegung ist die lebendigste Basisbewegung, die es derzeit in den beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland gibt. Seit 31 Jahren gibt es ein Kirchenasyl in Deutschland, vor 21 Jahren wurde die Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ von evangelischen und katholischen Christen gegründet.
In kaum einer anderen Frage sind Kirchengemeinden so engagiert, in keiner anderen Frage funktioniert Ökumene, die Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Pfarreien so gut. Kirchenasyl ist für sie die Übersetzung des Evangeliums in die Gegenwart. Da steht im Matthäus-Evangelium das Jesus-Wort: „Ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt. Ich war verfolgt, und ihr habt mir Schutz gewährt“. Und: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.

 

Heribert Prantl
Heribert Prantl

 

Mannheim: Gottes Spuren entdecken in der Großstadt

Exerzitien auf der Straße – 19.-28. Juni 2015 Mannheim
Die Herausforderung:

Sich Gott nähern auf den Straßen der Stadt.
In den Obdachlosen und Randständigen.
Im Bus und im Park.
An gewöhnlichen und besonderen Orten.
In der Kirche und in der Moschee.
Bei Durstigen und Hungrigen.
Bei Menschen mit anderen Hoffnungen.
Wo Menschen andere Kleidung tragen,
anders essen, anders wohnen,
an Anderes glauben, sich anders verhalten.

Der Rahmen:

Exerzitien auf der Straße,
vom 19.-28. Juni 2015.
Gott suchen und erfragen in der Begegnung.
Respektvolles Sehen und Hören.
Ohne Besserwissen und ohne Verurteilung.
Mit unverplanter Zeit. Mit Raum für Ungeahntes. Gott suchen in der Urbanität.
„Ich suche Gott, können Sie mir dabei helfen?“

Der Beginn in Mannheim:

2015 ausschreibungUnterbringung im Schlafraum mit anderen, die diese Exerzitien auf der Straße machen.
Mit Feldbett und Schlafsack.
In Räumen einer Mannheimer Pfarrei.
In Selbstverpflegung und in Abhängigkeit von der „Mannheimer Tafel“.

Der biblische Ausgangspunkt:

Mose macht beim brennenden Dornbusch in der Wüste die Erfahrung, dass er Abstand wahren und seine Schuhe ausziehen soll. Er hört dort seinen Namen und erlebt seinen „heiligen Ort“.

In Straßenexerzitien begegnen auch wir den Dornbüschen unseres Lebens, dem Verdrängten, Übersehenem, Missachtetem unter und in uns. Sich Gott nähern, wo er auf uns wartet – in Hungernden, Durstigen, Fremden, Obdachlosen, Drogenabhängigen, Gefangenen, Kranken – in den verdrängten Themen und den gemiedenen Orten unserer Lebensgeschichte.

Ein Weg der inneren Heilung:

Diese Exerzitienreise zu Orten der Gottesbegegnung ist ein tastender Weg, auf dem wir unsere Schuhe des Besserwissens, des Hochmutes, des Besserseins ausziehen, um wie Mose vor dem brennenden Dornbusch zu stehen – vor Dornbüschen, die uns unangenehm sind, die wir in unserem Leben nicht gern sehen – um auf Gott zu hören, uns innerlich ansprechen zu lassen und mit Gott zu reden.

Die Anmeldung zu diesen Exerzitien auf der Straße:

bei Lutz  Müller SJ, Tel. 0621-16066 lutz.mueller@offene-tuer.net
Kosten für die 10 Tage: ca. € 80.
Beginn am 19.06. gegen 17 Uhr; Ende am 28.06. gegen 14 Uhr.
Begleitung: Ulrike Groß, Lutz Müller.

Für Frauen in allen Lebens- und Liebesformen

13. – 17. Mai 2015 in Berlin
Exerzitien auf der Straße für Frauen in allen Lebens- und Liebesformen

 

Exerzitienflyer3

Geht in euren Tag hinaus …

ohne vorgefasste Ideen,

                          ohne Plan von Gott,

ohne Bescheid wissen,

ohne Bibliothek

geht so auf die Begegnung zu.

Brecht auf ohne Landkarte –
wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist

                               lasst euch finden
im Leben

                                        nach Madeleine Delbrêl

Exerzitienflyer2

Achtsam schauend und hörend die Impulse der Straße wahrnehmen. Erspürend und neugierig sich öffnen für das Schauen der Wirklichkeit in mir und um mich herum.

Ein einfacher Unterbringungsort, viel unverplante Zeit und eine schlichte Selbstversorgung unterstützen unseren Suchweg.

Abends laden wir dazu ein, gemeinsam auf den Tag zu schauen und davon zu erzählen, um vielleicht das Geheimnis Gottes in alldem zu entdecken. Näheres zu den Straßenexerzitien hier.

Beginnen wollen wir am Mittwoch, den 13.05.2015 um 19:00 Uhr.

Ende wird am Sonntag, den 17.05.2015 um 14:00 Uhr sein.

Die Kosten für die Verpflegung werden umgelegt (ca. 35,- Euro). Teilnehmen können bis zu acht Frauen.

Begleiterinnen:
Claudia Keysers, Berlin
Maria Jans-Wenstrup, Oberhausen
Manuela Knopp, Horb am Neckar

Ort: Ev. Martha-Gemeinde, Berlin-Kreuzberg

 

Impulse für die Fastenzeit

Ich bekomme seit gestern „Blaue Briefe“. Jeden Tag einen, per email. Sie enthalten kurze geistliche Impulse für den Tag. Wollt Ihr das ausprobieren? Dann hier bestellen.

Bei „He@ven OnLine“ kann man sich begleiten lassen durch die Fastenzeit. Unter den 70 Weggefährten und –gefährtinnen sind auch Menschen, die Straßenexerzitien begleiten.