Mannheim: Gottes Spuren entdecken in der Großstadt

Exerzitien auf der Straße – 19.-28. Juni 2015 Mannheim
Die Herausforderung:

Sich Gott nähern auf den Straßen der Stadt.
In den Obdachlosen und Randständigen.
Im Bus und im Park.
An gewöhnlichen und besonderen Orten.
In der Kirche und in der Moschee.
Bei Durstigen und Hungrigen.
Bei Menschen mit anderen Hoffnungen.
Wo Menschen andere Kleidung tragen,
anders essen, anders wohnen,
an Anderes glauben, sich anders verhalten.

Der Rahmen:

Exerzitien auf der Straße,
vom 19.-28. Juni 2015.
Gott suchen und erfragen in der Begegnung.
Respektvolles Sehen und Hören.
Ohne Besserwissen und ohne Verurteilung.
Mit unverplanter Zeit. Mit Raum für Ungeahntes. Gott suchen in der Urbanität.
„Ich suche Gott, können Sie mir dabei helfen?“

Der Beginn in Mannheim:

2015 ausschreibungUnterbringung im Schlafraum mit anderen, die diese Exerzitien auf der Straße machen.
Mit Feldbett und Schlafsack.
In Räumen einer Mannheimer Pfarrei.
In Selbstverpflegung und in Abhängigkeit von der „Mannheimer Tafel“.

Der biblische Ausgangspunkt:

Mose macht beim brennenden Dornbusch in der Wüste die Erfahrung, dass er Abstand wahren und seine Schuhe ausziehen soll. Er hört dort seinen Namen und erlebt seinen „heiligen Ort“.

In Straßenexerzitien begegnen auch wir den Dornbüschen unseres Lebens, dem Verdrängten, Übersehenem, Missachtetem unter und in uns. Sich Gott nähern, wo er auf uns wartet – in Hungernden, Durstigen, Fremden, Obdachlosen, Drogenabhängigen, Gefangenen, Kranken – in den verdrängten Themen und den gemiedenen Orten unserer Lebensgeschichte.

Ein Weg der inneren Heilung:

Diese Exerzitienreise zu Orten der Gottesbegegnung ist ein tastender Weg, auf dem wir unsere Schuhe des Besserwissens, des Hochmutes, des Besserseins ausziehen, um wie Mose vor dem brennenden Dornbusch zu stehen – vor Dornbüschen, die uns unangenehm sind, die wir in unserem Leben nicht gern sehen – um auf Gott zu hören, uns innerlich ansprechen zu lassen und mit Gott zu reden.

Die Anmeldung zu diesen Exerzitien auf der Straße:

bei Lutz  Müller SJ, Tel. 0621-16066 lutz.mueller@offene-tuer.net
Kosten für die 10 Tage: ca. € 80.
Beginn am 19.06. gegen 17 Uhr; Ende am 28.06. gegen 14 Uhr.
Begleitung: Ulrike Groß, Lutz Müller.

Für Frauen in allen Lebens- und Liebesformen

13. – 17. Mai 2015 in Berlin
Exerzitien auf der Straße für Frauen in allen Lebens- und Liebesformen

 

Exerzitienflyer3

Geht in euren Tag hinaus …

ohne vorgefasste Ideen,

                          ohne Plan von Gott,

ohne Bescheid wissen,

ohne Bibliothek

geht so auf die Begegnung zu.

Brecht auf ohne Landkarte –
wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist

                               lasst euch finden
im Leben

                                        nach Madeleine Delbrêl

Exerzitienflyer2

Achtsam schauend und hörend die Impulse der Straße wahrnehmen. Erspürend und neugierig sich öffnen für das Schauen der Wirklichkeit in mir und um mich herum.

Ein einfacher Unterbringungsort, viel unverplante Zeit und eine schlichte Selbstversorgung unterstützen unseren Suchweg.

Abends laden wir dazu ein, gemeinsam auf den Tag zu schauen und davon zu erzählen, um vielleicht das Geheimnis Gottes in alldem zu entdecken. Näheres zu den Straßenexerzitien hier.

Beginnen wollen wir am Mittwoch, den 13.05.2015 um 19:00 Uhr.

Ende wird am Sonntag, den 17.05.2015 um 14:00 Uhr sein.

Die Kosten für die Verpflegung werden umgelegt (ca. 35,- Euro). Teilnehmen können bis zu acht Frauen.

Begleiterinnen:
Claudia Keysers, Berlin
Maria Jans-Wenstrup, Oberhausen
Manuela Knopp, Horb am Neckar

Ort: Ev. Martha-Gemeinde, Berlin-Kreuzberg

 

Impulse für die Fastenzeit

Ich bekomme seit gestern „Blaue Briefe“. Jeden Tag einen, per email. Sie enthalten kurze geistliche Impulse für den Tag. Wollt Ihr das ausprobieren? Dann hier bestellen.

Bei „He@ven OnLine“ kann man sich begleiten lassen durch die Fastenzeit. Unter den 70 Weggefährten und –gefährtinnen sind auch Menschen, die Straßenexerzitien begleiten.

 

Tageskurse in Nürnberg

Monatliche Tagesexerzitien in Nürnberg

Jeden Monat bietet die Ökumenische Basisgemeinde Lorenzer Laden an einem Samstag eintägige Straßenexerzitien an.
Beginn ist um 10 Uhr mit einem Kennenlernen der Gruppe und des Formats, sowie einem geistlichen Impuls zur Aussendung auf die Straße. Nach 5 Stunden treffen sich die Teilnehmenden zum Austausch, bei dem Methoden szenischer Erkundung des Erlebten zum Einsatz kommen. Eine Abendmahlsfeier beschließt den Tag.

Die neuen Termine:

Sa,17.1.
Sa, 14.2.
Sa, 7.3.
Sa, 18.4.
Sa, 23.5.
Sa, 20.6.
Sa, 11.7.
Ort: Lorenzer Laden, Lorenzer Platz 8, 90402 Nürnberg

Begleitung: Ladenpfarrer Thomas Zeitler und Pfarrerin Susanne Gutmann
Anmeldung: und weitere Informationen: basisgemeinde@lorenzerladen.de

Theologische Überlegungen nach Exerzitien in Kreuzberg

Kottbusser Tor bei Nacht. Boris Niehaus. cc-by-sa https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kottbusser_Tor_Panorama.jpg

THEOLOGISCHE ÜBERLEGUNGEN
nach den Exerzitien in Kreuzberg (August 2001)

Klaus Mertes SJ

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Das Fundament der Exerzitien ist die Ausgangsfrage: „Was macht mich am meisten zornig? Was ärgert mich am meisten?“ Die Frage ist gestellt, um hinter dem Nein des Zornes dem Ja auf die Spur zu kommen, das ich ganz tief in meinem Leben bejahe, mehr vielleicht, als ich es selbst weiß. In dieser Ausgangsfrage, als Frage nach meinem Fundament gestellt, steckt eine Erinnerung an das Glaubenbekenntnis in der Taufe. „Theologische Überlegungen nach Exerzitien in Kreuzberg“ weiterlesen

Überwindung der kolonialen Übergriffigkeit

Zu einem herausfordernden Thema hat Nadine Gatzweiler, eine Begleiterin von Strassenexerzitien, ihre Arbeit im Master-Studiengang Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen (IMIB) an der Universität Osnabrück abgegeben:

Kontrapunktisches Lesen von Differenz und Hybridität:
Eine Schulbuchforschung zu Imperialismus, Widerstand und Dekolonialisierung

Wie schon der Titel ahnen lässt: ein wissenschaftliches Werk. In einer etwas einfacheren Sprache wird auf den ersten beiden Seiten das Anliegen erklärt. In einem Schulbuchvergleich – französisch geschriebene Schulbücher in Frankreich und in Afrika – spürt Nadine Gatzweiler dem versteckten Kolonialismus (dem eurozentrischen Blick, der die eigenständige Kultur, Organisationsfähigkeit, … der Menschen in Afrika leicht übersieht) nach und öffnet die Augen für die versteckte strukturelle Übergriffigkeit in unserem Alltag. Eine anregende, machmal mühsame Lektüre, die zu einer Übungsstunde werden kann, die afrikanisch-europäischen Beziehungen von beiden Seiten zu sehen.

Straßenexerzitien in der Großstadt

09.11.2014 Versteckspiel mit Gott

Von Rainer Schildberger

Raus auf die Strasse. An Orte der Ausgrenzung, die hier heilige Orte genannt werden. Dorthin, wo es weh tut. Psychiatrie, Gefängnis, Babyklappe. Aber auch Bahnhof, Hochhaus oder Friedhof.


Obdachloser zieht sein Gepäck am Bahnhof hinter sich her
Bild 1 vergrößern

Aufmerksamkeit gegenüber dem Ort und den Menschen aufbringen. Auf Augenhöhe kommen mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Das Menschliche und das Göttliche in ihnen (wieder)entdecken. Sich zehn Tage lang treiben und führen lassen, von den Dingen, die dabei im Inneren hochkommen und die von Außen scheinbar zufällig auftauchen. Und in schwierigen Situationen einfach sagen: Entschuldigen Sie, ich suche Gott, können Sie mir dabei helfen? Die Reaktionen aushalten. Mit den Antworten weitergehen. Das ist die Idee der Straßenexerzitien. Autor Rainer Schildberger ist ihr gefolgt. Er erzählt von ungewöhnlichen Erfahrungen mit Menschen, sich selbst und Gott auf der Strasse.

(Übernahme vom SWR)

Redaktion: Christina-Maria Purkert

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