Straßenexerzitien in der Großstadt

09.11.2014 Versteckspiel mit Gott

Von Rainer Schildberger

Raus auf die Strasse. An Orte der Ausgrenzung, die hier heilige Orte genannt werden. Dorthin, wo es weh tut. Psychiatrie, Gefängnis, Babyklappe. Aber auch Bahnhof, Hochhaus oder Friedhof.


Obdachloser zieht sein Gepäck am Bahnhof hinter sich her
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Aufmerksamkeit gegenüber dem Ort und den Menschen aufbringen. Auf Augenhöhe kommen mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Das Menschliche und das Göttliche in ihnen (wieder)entdecken. Sich zehn Tage lang treiben und führen lassen, von den Dingen, die dabei im Inneren hochkommen und die von Außen scheinbar zufällig auftauchen. Und in schwierigen Situationen einfach sagen: Entschuldigen Sie, ich suche Gott, können Sie mir dabei helfen? Die Reaktionen aushalten. Mit den Antworten weitergehen. Das ist die Idee der Straßenexerzitien. Autor Rainer Schildberger ist ihr gefolgt. Er erzählt von ungewöhnlichen Erfahrungen mit Menschen, sich selbst und Gott auf der Strasse.

(Übernahme vom SWR)

Redaktion: Christina-Maria Purkert

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Interreligiöses Friedensgebet

Mündigkeit bewahren und zu Verantwortung stehen

Als Gesellschaft wollen wir einander Rechte und Schutz gewähren, diese sind festgehalten in Gesetzen. Nun beobachten wir in letzter Zeit immer häufiger, dass die Gewährung und der Zugang zu diesen grundlegenden Rechten in Deutschland, Europa aber auch in anderen Staaten an private Unternehmen übergeben werden.

Altenheime und Krankenhäuser werden von Betreiberfirmen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien geführt. Schutz und Hilfe bei Unfällen kommt immer öfter von privaten Dienstleistern.

Verwaltungen übergeben die Verantwortung für Gemeindezentren und Flüchtlingsunterkünfte und ersetzen sie durch Verträge mit Betreiberfirmen. Die Verantwortung für Flüchtlingsheime, Übergangsunterkünfte und auch das Abschiebegefängnis am Berliner Flughafen wurden und werden an Vertragspartner ausgelagert.

Grenzsicherung ist ein anderes Beispiel für dieses Vorgehen. — Weiterlesen

Radikale Demut ist Liebe

Liebe Freunde,

im aktuellen JESUITEN-Heft „Radikal“ wurde ein Beitrag von mir veröffentlicht: „Radikale Demut ist Liebe“. In meiner Diplomarbeit ging es um Demut in den Exerzitien. Der Artikel ist die Kurzfassung davon. Er steht auf den Seiten 6-7. Auch die anderen Artikel zum Thema „Radikal“ in dem Heft sind sehr lesenswert:

Download hier

Die Heftchen liegen – wie ihr wisst kostenlos – in allen Jesuitenkirchen und sonstigen Orten der Jesuiten aus, und man kann das Heftchen kostenlos abonnieren. Spenden kann der Orden auch gut gebrauchen.

Herzliche Grüße
Matthias Alexander Schmidt

Kontemplation

Einige BegleiterInnen von Exerzitien auf der Straße begleiten auch Kontemplative Exerzitien. Lutz Müller SJ  hat die Verbindungslinien herausgearbeitet:

Das kontemplative Gebet hat dieselben Grundhaltungen wie die Exerzitien auf der Straße. Es geht immer darum, wach, aufmerksam und interessiert da zu sein. Wer in der Kapelle meditiert, in der Stille betet, mit dem Atem da ist, in Ruhe sitzt, der öffnet sich der Wirklichkeit. Es geht um die Begegnung mit der Gegenwart Gottes. Das ist der Moment, wo die eigene Offenheit alle anderen Aktivitäten ersetzt. Die Kontemplation setzt die volle Aufmerksamkeit auf das, was jetzt ist, ohne darüber nachzudenken, die Wirklichkeit zu beurteilen, das Vorhandene zu analysieren. Sondern die Wahrnehmung ist das Entscheidende. Mit allen inneren und äußeren Sinnen lausche, sehe, spüre, taste, schmecke ich. Es geht nicht ums Beobachten, Reflektieren, Kategorisieren, sondern die Wahrnehmung empfängt das, was ist. „Es ist, was es ist, sagt die Liebe!“ (Erich Fried)
Die Natur ist dabei die erste Lehrmeisterin. Weit entfernt davon, in ihr etwas verändern zu wollen, nimmt der Exerzitant die Natur einfach wahr. Die Farben sehen, die Kleinigkeit wahrnehmen, die Geräusche hören, den Details lauschen, die Umrisse erahnen, die Struktur (eines Blattes, eines Steins, eines Asts) ertasten, Feuchtigkeit oder Trockenheit spüren, der Natur ohne vorgefasste Ideen begegnen. Also die Biene als Biene sehen – und sich nicht über das Bienensterben den Kopf zerbrechen. Den Regen auf der Haut spüren – und sich nicht Gedanken über den sauren Regen machen. Die Ameise als Kunstwerk der Schöpfung wahrnehmen – und nicht die Organisationskunst der Ameisenvölker analysieren. Das abgefallene Blatt als Teil der Natur zulassen – und nicht nachdenken über die Umweltverschmutzung. Die Blüte bewundern – und nicht die Unreinheit ihrer Farbe kritisieren.
Genauso wie Mose dem brennenden Dornbusch mit Aufmerksamkeit und Respekt begegnet, ohne ihn verändern, gestalten oder nutzen zu wollen, genauso begegnet der Kontemplative der Wirklichkeit. Genauso wie Mose vor der Gegenwart Gottes im brennenden und nicht verbrennenden Dornbusch die Schuhe auszieht, sich vor ihr niederwirft, sein Gesicht bedeckt und ins Hören kommt, genauso sitzt und atmet, verweilt und ist, erspürt und begegnet der Kontemplative der Gegenwart Gottes in der Wirklichkeit. mehr

 

Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt

Als „großen Moment in der weltweiten Ökumene“ lobten Glieder unterschiedlicher Konfessionsfamilien die Unterzeichnung der „Empfehlungen für missionarisches Handeln“, die gemeinsam vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der Weltweiten Evangelische Allianz (WEA) und dem Päpstlichen Rat für Interreligiösen Dialog des Vatikan (PCID) vollzogen worden waren. Diese Representanten werden getragen von etwa 85 % aller Christen weltweit.

Das Dokument „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“, das im Sommer 2011 verabschiedet wurde, wird seither auf unterschiedlichen Ebenen weltweit und in Deutschland diskutiert.

Es ist nun Grundlage des Kongresses „MissionRespekt. Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ in Berlin, der vom 27.-28. August dort stattfindet.

Die Einladung zum Kongress: http://missionrespekt.de/fix/files/das-ist-der-richtige.2.pdf (Gregor geht in den Arbeitskreis Afrika, Christian ist eingeladen in den Arbeitskreis 10 Asyl und Taufe

Das Dokument: http://www.missionrespekt.de/fix/files/original-ohne_das.de.pdf

Und hier die Abschlußerklärung der 250 TelnehmerInnen: : http://missionrespekt.de/fix/files/abschlusserkl%E4rung.pdf

Georg hat noch diesen Link geschickt:
http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/kirchen-definieren-mission-neu-89230/

Besuch aus dem Südsudan

Gregors Mutter lebt in Berlin Kreuzberg. Er ist Combonimissionar in der unzugänglichen „Rebellenhochburg“, wo ungestörtes kirchliches Leben möglich ist. Montag fliegt er wieder zurück und wird von einer Hilfsorganisation der UN über die „Front“ des Krieges zurück in seine Gemeinde geflogen, die so groß ist wie Nordrheinwestfalen. Doch hört ihm selbst zu:  Gregor Schmidt „Die Zustände sind katastrophal“ und neuere Interviews „Ich erwarte nichts Gutes“