Gott auf der Straße

Die Doktorarbeit von Michael Schindler, Begleiter der Exerzitien auf der Straße, ist im Lit-Verlag erschienen:

Michael Johannes Schindler (2016): Gott auf der Straße. Studie zu theologischen Entdeckungen bei den Straßenexerzitien Reihe: Tübinger Perspektiven zur Pastoraltheologie und Religionspädagogik
Bd. 54, 464 S., 49.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-13295-6

Diese Studie folgt einem neueren Ansatz, demzufolge Theologie als Kommentar zu gläubiger Praxis verstanden wird. Die kommentierte Praxis sind die Exerzitien auf der Straße. Diese junge Form von Exerzitien wird durch eine qualitativ-empirische Studie erhellt und durch eine soziologische Skizze zu einer Phänomenologie der Straße ergänzt. Es wird aufgedeckt, welche bibelhermeneutische, exegetische und spirituelle Qualität diese Praxis enthält, und inwiefern hier in dogmatischer Perspektive von einem „Sakrament der Straße“ gesprochen werden kann. Aus diesem Befund werden Optionen für die Pastoral getroffen.

Vom Autor sind hier zwei weitere Artikel publiziert:

Die barmherzige Straße – überraschende Gottesentdeckungen bei Straßenexerzitien

Wenn Straße heiliger Boden wird

Die barmherzige Straße – überraschende Gottesentdeckungen bei Straßenexerzitien

Durchblick auf der Straße (Foto: Kathrin Happe)

Von Michael Schindler, Friedrichshafen

Straße mit Barmherzigkeit in Verbindung zu bringen wirkt paradox. Menschen, die auf der Straße leben (müssen), kennen die Unbarmherzigkeit eines solchen Daseins, wo selbst die Schicksalsgenossen potentiell unbarmherzige Konkurrenten sind. Wer auf die Straße gesetzt wurde, hat die Unbarmherzigkeit der Arbeitswelt kennengelernt. Und eine Kindheit auf der Straße blendet bestenfalls in sozialromantischen Verklärungen die dieser zugrunde liegende Enge und Armut des Zuhauses aus.

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Spiritualität in der Sozialen Arbeit und der Weg der Straßenexerzitien

Von Andrea Tafferner, Katholische Hochschule NRW, Münster

Für ein Buchprojekt wurde ich gebeten, ein Fallbeispiel aus der Sozialen Arbeit aus Sicht der Theologie zu kommentieren. Eine theologische Perspektive einzubringen heißt für mich auch, zu beschreiben, wie spirituelle Grundhaltungen in der Sozialen Arbeit einen selber verändern und dadurch auch die Beziehung zu den Menschen prägen, die aus unterschiedlichsten Gründen professionelle Unterstützungsleistungen erhalten. Ein Kernthema der Beziehungsgestaltung in professionellen Kontexten ist die Balance von Nähe und Distanz. Durch die Straßenexerzitien ist mir deutlich geworden, dass es „Schuhe der Distanz“ gibt, die eine offene Begegnung mit anderen Menschen beeinträchtigen. Oder noch viel mehr: die auch die Freude, die von innen kommt, hemmen können.

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