Lesung in Berlin mit Christian Herwartz

„Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen – Persönliche Begegnung in Straßenexerzitien“ – so lautet der Titel des Buches, das im Februar 2016 in der Neukirchener Verlagsgesellschaft erscheint. Herausgegeben haben das Buch Christian Herwartz, Arbeiterpriester und Jesuit aus Berlin gemeinsam mit Elisabeth Tollkötter, Josef Freise, Katharina Prinz und Maria Jans-Wenstrup.

Lesung in Berlin-Neukölln mit Christian Herwartz

„Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen – Persönliche Begegnung in Straßenexerzitien“ – so lautet der Titel des Buches, das im Februar 2016 in der Neukirchener Verlagsgesellschaft erschienen ist. Herausgegeben haben das Buch P. Christian Herwartz, Arbeiterpriester und Jesuit aus Berlin gemeinsam mit fünf anderen Begleiter/innen der Exerzitien auf der Straße.

Lesung in Flensburg mit Christian Herwartz SJ und Katharina Prinz

„Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen – Persönliche Begegnung in Straßenexerzitien“ – so lautet der Titel des Buches, das im Februar 2016 in der Neukirchener Verlagsgesellschaft erscheint.

Herausgegeben haben das Buch P. Christian Herwartz, Arbeiterpriester und Jesuit aus Berlin und Katharina Prinz, Spiritualität im Kirchenkreis SL/FL, gemeinsam mit vier anderen Begleiter/innen der Exerzitien auf der Straße. Beide werden Texte lesen, in denen Teilnehmende mit ihren eigenen Erfahrungen des Suchens und der Begegnung mit dem Auferstandenen mitten in unserem Alltag zu Wort kommen, und es wird zum Austausch eingeladen.

Mehr zu Christian Herwartz https://nacktesohlen.wordpress.com

Berlin, Exerzitien im Alltag

Einfach ohne – 5 Impulse über das Loslassen

  • 17.02. Du, Gott, hörst mir zu

  • 24.02. Du, Gott, redest gut über mich

  • 02.03. Du, Gott, besuchst mich

  • 09.03. Du, Gott, gehst ein Stück mit mir

  • 16.03. Du, Gott, betest für mich

Der Austausch bei diesen Exerzitien findet jeweils mittwochs um 19.30 Uhr in St. Michael (Kreuzberg) im Gemeindehaus Waldemarstr. 8 mit Unterstützung von Christian Herwartz, Schwester Hilmtud, Jutta Becker und Reinhard Herholte

Buchvorstellungen: Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen

Im Februar erscheint das neue Buch über Straßenexerzitien, herausgegeben von Christian Herwartz, Elisabeth Tollkötter, Josef Freise, Katharina Prinz und Maria Jans-Wenstrup, mit einem Nachwort von Klaus Mertes

Christian Herwartz (Hg.)
Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen
Persönliche Begegnungen in Straßenexerzitien

kartoniert / 12,3×19,0 cm /
176 Seiten

ISBN 978-3-7615-6270-3

Neukirchener Aussaat

Lieferung ab 15. Februar 2016

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München: Treffen der Begleiter/innen von Straßenexerzitien

Jeder Kurs von Straßenexerzitien wird begleitet von meist vier oder mehr ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern. Ihre Aufgabe ist es, die Teilnehmer in ihren Erfahrungen geistlich zu begleiten.

Jedes Jahr trifft sich der Kreis ehrenamtlicher Begleiter von Straßenexerzitien zu einem Jahrestreffen, um sich auszutauschen. Vom diesjährigen Treffen in München berichtet Iris Weiss (zuerst auf dem Naunynblog veröffentlicht):

Für mich war es das erste Treffen der Begleiterinnen und Begleiter von Straßenexerzitien, an dem ich am letzten Januarwochenende im spirituellen Zentrum St. Martin in München teilgenommen habe. Vierzig Menschen aus Deutschland, der Schweiz (2) und Frankreich (2) hatten sich angemeldet.

Einige bekannte Gesichter würde ich dort wohl treffen, aber großenteils würde ich auf Unbekannte stoßen – so meine Vorstellung. Einige Begleitende kenne ich, weil sie in der Naunynstraße zu Besuch waren, dort Straßenexerzitien in der Form von Einzelexerzitien machten oder als Begleitende von Straßen-exerzitien dort wohnten. Ich war nicht schlecht erstaunt, als ich feststellte, daß ich fast drei Viertel der Anwesenden bereits kannte. Ich traf sozusagen auf unbekannte Bekannte – oder andersrum, wie man es nimmt 😉 Bei der Vorstellungsrunde sollten wir uns mit einer (noch) unbekannten Person zusammentun und uns zu einer Impulsfrage austauschen (z.B. wann und in welcher Situation hast du zum ersten Mal von Exerzitien auf der Straße erfahren). Es gab mehrere Durchgänge mit unterschiedlichen Fragen und mit wechselnden Unbekannten. Ich hatte richtig Schwierigkeiten unter den bis zu diesem Zeitpunkt Anwesenden so viele Unbekannte zu finden. Von einigen Leuten, die im letzten Jahr seit ich dazugekommenbin in der Naunynstraße waren, hatte ich gar nicht gewußt, daß sie zum Kreis der Begleiterinnen und Begleiter gehören.

Das Vorbereitungsteam hatte Lebensmittel gekauft, die Räume und das Abendessen vorbereitet. Alles andere lag in der Verantwortung der gesamten Gruppe. Wir sammelten die Fragestellungen, die uns auf dem Herzen lagen und entwickelten daraus, welche Themen bedacht werden sollten.

So wurde etwa der Stellenwert einzelner “Basics” in den Blick genommen und daraufhin befragt, was diese aus der Sicht von Teilnehmenden und aus der Sicht von Begleitenden bedeuten. Welchen Stellenwert hat die abendliche Erzählrunde, in der Erfahrungen des Tages benannt werden können? Wie ist das mit den abendlichen Gottesdienst als freiwilligem oder verbindlichem Angebot? Mit großer Offenheit und großem Respekt konnten die unterschiedlichen Sichtweisen thematisiert werden.

Christian wies darauf hin, daß in Zukunft der Anteil der Priester, die Straßenexerzitien begleiten werden, kleiner werden wird. Von daher werden die Begleitenden vor der Herausforderung stehen, in der jeweiligen Situation kreativ Gottesdienstformen zu entwickeln und andere Arten von Impulsen auszuprobieren. Diese Realität war mir bis dahin noch gar nicht in den Blick gekommen, weil bei den Straßenexerzitien, die ich bis jetzt begleitet habe, immer mindestens ein katholischer Prieser und eine evangelische Pfarrerin begleitet haben.

Ein besonderes Highlight am Samstagabend war die Lesung aus dem Buch über Straßenexerzitien (Im Alltag der Straße Gottes Spuren suchen), das im Februar 2016 erscheinen wird. Erst beim Begleitertreffen im letzten Jahr war die Idee zu diesem Buch entstanden. Sechs Interessierte haben sich zusammengefunden und innerhalb eines Jahres das Buch auf den Weg gebracht. Dreißig Teilnehmende haben ihnen dabei geholfen indem sie eigene Erfahrungen mit Exerzitien auf der Straße aufgeschrieben haben. So ist eine gute Mischung aus Theorie und praktischen Erfahrungen entstanden. Und aus diesem Erfahrungsschatz wurde vorgelesen. Bei einem solchen Vorhaben finde ich es eine anspruchsvolle Aufgabe, die Balance zu finden, an Persönlichem Anteil zu geben und doch die Distanz so zu wählen, daß die spirituelle Intimsphäre des Einzelnen gewahrt bleibt. Das fand ich bei den Erfahrungsberichten, die ich gehört habe, sehr gelungen.

Die Anteilnahme und das Interesse wie es in der Naunynstraße nach dem Weggang von Christian weitergehen wird, war sehr groß. Deshalb machten wir dazu am Sonntagmorgen eine Runde, in der Christian, Michael und ich unsere unterschiedlichen Sichtweisen und auch die Prozesse, in denen wir sind, zur Sprache bringen konnten. Ich fragte am Anfang meines Beitrages, wer noch nicht in der Naunynstraße gewesen ist. Es meldeten sich gerade mal zwei Leute. Mir hat das nochmals deutlich gemacht, daß die Gruppe der Begleitenden eine Verbindung zur Naunynstraße hat ohne daß mir das vorher so bewußt gewesen wäre. Auch nach einzelnen Mitbewohnern wurde gefragt. Und als noch viele Lebensmittel übrig waren, hieß es: “Das kann doch die Naunynstraße brauchen”.

Den Abschluß des Treffens bildete ein Gottesdienst, in dem wir die Texte, die in der evangelischen Kirche an diesem Sonntag dran waren, zu uns sprechen ließen und im gemeinsamen Austausch (deutsch und französisch) auf die Straßenexerzitien bezogen.

In der Lesung aus Jesaja 55 hieß es:

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben…”

Im Gleichnis vom Sämann (Lukas Kapitel 8,4 ff) ging es um die Saat, die auf ganz unterschiedlichen Boden fällt und was mit ihr passiert:

Als wieder einmal eine große Menschenmenge aus allen Städten zusammengekommen war, erzählte Jesus dieses Gleichnis: “Ein Bauer säte Getreide aus. Dabei fielen ein paar Saatkörner auf den Weg. Sie wurden zertreten und von den Vögeln aufgepickt. Andere Körner fielen auf felsigen Boden. Sie gingen auf, aber weil es nicht feucht genug war, vertrockneten sie. Einige Körner fielen zwischen die Disteln, in denen die junge Saat bald erstickte. Die übrige Saat aber fiel auf fruchtbaren Boden. Das Getreide wuchs heran und brachte das Hundertfache der Aussaat als Ertrag.”

Gottesdienst 3
Gottesdienst mit einer senegalesischen Trommlergruppe

Ein besonderes Geschenk waren einige geflüchtete junge Männer aus dem Senegal, die regelmäßig im spirituellen Zentrum St. Martin trommeln. Sie brachten sich als Muslime mit einem Gebet und später mit ihren Trommeln ein. Christian ermutigte sie – soweit sie das wollten – auch zu den Texten etwas zu sagen. Dann teilten wir Wasser und Brot miteinander. Mich hat berührt, daß die Senegalesen sich als Glaubende an verschiedenen Stellen im Gottesdienst einbringen konnten und nicht auf die exotische Sonderrolle derer reduziert wurden, die etwas Musikalisches “beitragen” durften wie ich das leider schon erlebt habe.

Auch wenn ich danach müde war, so hatte dieses Wochenende für mich etwas Ermutigendes und Stärkendes. Wer von den Teilnehmenden mag, kann gerne in den Kommentaren noch ergänzen, was hier noch nicht oder zu wenig benannt ist.

Wie die Straßenexerzitien entstanden sind

In der Reihe „Menschen“ interviewte die Journalistin Angela Krumpen für das domradio in Köln Christian Herwartz. In diesem Interview erzählt er von seinem Lebensweg zum Jesuiten und Arbeiterpriester, vom Leben in der WG in der Naunynstraße in Kreuzberg, aber auch von der Entstehung der Straßenexerzitien.

Eine dicke Empfehlung zum Reinhören!

Angebot für eine Sabbatzeit in der Naunynstraße

Christian Herwartz
mit Iris und Michael
in der jesuitischen Kommunität Kreuzberg
Naunynstr. 60
10997 Berlin

Berlin, den 1. Dezember 2015

                      „Wir suchen Dich“

Liebe Freunde und Weggefährten unserer Kommunität,

Mitte April wird Christian nach 40 Jahren diesen Ort verlassen und
wir wollen dann mit einem Priester zusammen hier weiterleben.

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Egalisierung und Versammlungsfreiheit

von Matthias Alexander Schmidt

In diesem Artikel wird der Zusammenhang dargestellt zwischen den Straßenexerzitien und dem Engagement der Ordensleute gegen Ausgrenzung, aus deren Reihen bei den ersten offen ausgeschriebenen Exerzitien im Jahr 2000 die Begleiterinnen kamen.

Die Egalisierung der Innenstädte, Fußgängerzonen, Bahnhöfe und Flughäfen hat zu der Vorstellung geführt, Öffentlichkeit gäbe es nur dort, wo es auch Konsum gibt. Dass das nicht stimmt, zeigt das aktuelle BGH-Urteil zur Demonstration vor dem Abschiebeknast des Berliner Flughafens.


Keine Öffentlichkeit für Hässlichkeit und Elend
Unangenehme Orte wie Gefängnisse oder Flüchtlingsheime passen nicht in die egalisierten Städte, sie sind an hässlichen und unwirtlichen Orten, am Stadtrand oder in Gewerbegebieten. Auch wenn sie umzäunt oder hässlich sind, sie sind trotzdem öffentlich. Man darf sich dort verfassungsgemäß versammeln und gegen Unrecht demonstrieren. Die Demonstranten halten die Hässlichkeit aus.

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